Was auch immer mir in den Sinn kommt und niedergeschrieben werden will

Kulturbanause

Veröffentlicht am: von zeitverschreib

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Zumindest habe ich mich gestern als solcher gefühlt.

Kurz zum Hintergrund: die Verehrte Nachbarin™ und ich besuchen ab und an Tanzveranstaltungen. Also nicht die zum selbst bewegen, sondern zum zuschauen. Anderen Menschen. Menschen, die das wesentlich besser können. Schon aus beruflichen Gründen.

Gestern war wieder so ein Abend, auf dem Programm stand Köln Story - A re-imagining of Story. Ursprünglich 1963 von Merce Cunningham1 erschaffen, gaben die Tänzerys eine neue - reimagined halt - Version von Story zum Besten. Die geneigte Leserschaft mag sich zur Erklärung der Choreographie einer Suchmaschine bedienen. Nur soviel: es ist kompliziert.

Nicht nur die Bewegungen, auch die Begleitmusik verlangen dem Publikum eine gewisse Aufgeschlossenheit ab.

Und an dieser Stelle begann für mich das große Scheitern.

Wenn es um modernen Tanz geht, brauche ich zumindest eine gewisse Struktur. Sowohl visuell als auch akustisch. POLITICAL MOTHER UNPLUGGED von Shechter II2 trifft zum Beispiel bei mir voll ins Schwarze, das Stück könnte ich mir in Dauerschleife reinziehen. Auf dem Level komme ich klar.

Die tänzerischen Leistungen der ausführenden Personen kann ich nicht beurteilen, sie werden sicherlich keine blutigen Neulinge gewesen sein. Auch der Livemusiker machte auf mich den Eindruck, dass er ein Virtuose an Gitarre, Bass und Xylophon sein könnte. Allein das Gesamtkonstrukt hinterließ mich äußerst ratlos.

Drei - oder waren es vier? - große Displays mit einem 30-Minuten-Countdown machten das Ende der Vorstellung absehbar. Applaus brandete auf, die Veranstaltung war sowieso ausverkauft.

Als ich wieder daheim war, führte ich mir erstmal Koyaanisqatsi3 zu Gemüte. Für manche zu modern oder formlos, für mich Entspannung pur. So verschieden sind die Geschmäcker.


  1. Merce Cunningham – Wikipedia

  2. Hofesh Shechter – Wikipedia

  3. Koyaanisqatsi – Wikipedia